Unberührtes und unerschlossenes Tal
In der grossartigen Gebirgslandschaft zwischen Splügen- und San Bernardinopass befindet sich das Val Curciusa. Es ist ein weitgehend unberührtes und völlig unerschlossenes Tal, welches das Prädikat "einzigartig" und "schutzwürdig" verdient. Doch bis heute fehlt jeglicher Schutzstatus.
Von einem Pumpspeicherkraftwerk im Val Curciusa träumen Politiker und Kraftwerke bis heute. Darum hat das Projekt auch im Kantonalen Richtplan überlebt. Das ist denn auch der Hauptgrund, wieso das Tal und der Areuabach (oder Ri de Rócc, wie der Bach in Südbünden heisst) mit den Auen bis heute nicht geschützt sind. Bereits 1994 hat die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission die Schutzwürdigkeit der Landschaft und der Auen im Val Curciusa bejaht. Doch in den Bundesinventaren ist das Val Curciusa bis heute ein blinder Fleck.
Pläne für ein Pumpspeicherkraftwerk
In den 80iger Jahren schmiedeten die Misoxer Kraftwerke Pläne für ein Pumpspeicherkraftwerk. Das hintere Drittel des Val Curciusa sollte unter Wasser gesetzt werden. Rund die Hälfte des Wassers für den Stausee hätte aus dem Misox hochgepumpt werden müssen. Der billige ausländische Strom aus Atom- und Kohlekraftwerken wäre zu "sauberer" Schweizer Wasserkraft vergoldet worden.
Langer Kampf gegen das Projekt
13 Jahre lang hat der WWF mit anderen Umweltorganisationen und Anwohnern gegen die Überflutung des Val Curciusa angekämpft und alle Register des legalen Widerstandes gezogen. Schliesslich gaben die Kraftwerke auf und zogen das Projekt 1999 zurück - noch vor dem zweiten Bundesgerichtsentscheid. In der Zwischenzeit rechnete sich das Kraftwerk nicht mehr.
Faktenblatt
WWF-Gewässerperle Areuabach
Nationaler Schutz für die Curciusa
Aktuell gibt es kein konkretes Projekt für ein Pumpspeicherkraftwerk in der Val Curciusa. Das frühere Projekt taucht jedoch immer wieder auf. Die Überflutung dieses einzigartigen Hochtals droht nach wie vor. Der WWF wehrt sich gegen jegliche Nutzungen des Areuabaches und fordert den nationalen Schutz der einmaligen Landschaft und der Auen im Val Curciusa.
- Viva Curciusa! Nach 30 Jahren wird dieser Weckruf wiederholt (WWF-Magazin 19/4)
- Val Curciusa: Nach 20 Jahren immer noch nicht geschützt (WWf Magazin 19/2)
- Val Curciusa: Gerettet heisst noch lange nicht geschützt (Medienmitteilung, 10.05.2019)
- Curciusa dem Leben erhalten (Zalp-Archiv)
- Pumpspeicherkraftwerk Val Curciusa (Schweiz aktuell, 12.05.1999)